Schweden: Tag 3

Nach einer Nacht mit mehr als nur 5 Stunden Schlaf starteten wir erholt in den nächsten Tag. Zum Frühstück gab es allerlei. Egal ob Brötchen, Kellogs oder (gesalzenes) Porridge, es war für jeden was dabei.

Kurz bevor uns Herr Naacke und Herr Pettersson (zu spät) abgeholt haben, bezahlten wir die Unterkunft. Waschmaschinen gibt es hier glücklicherweise auch, sodass wir z.B. unsere Handtücher waschen können.

Heute haben wir wieder die ersten zwei Stunden bei einer Klasse den Deutschunterricht gestaltet. Im Programm waren ein paar Spiele, z.B. Galgenraten, Tabu oder Buchstabendomino. Zuerst durften wir aber ein paar Vokabeln abfragen. Wir waren überrascht, dass "Halt die Klappe!" oder "Muckibude" ein paar davon waren. Diese Klasse war vom Sprachniveau nicht so weit, wie die Gestrige. Das war aber nicht das große Problem. Wir freuen uns viel mehr, dass sie versuchen, Deutsch zu lernen.



Abgesehen davon merkt man, dass viele sehr schüchtern sind, mit uns Deutsch zu reden. Das ist aber natürlich, und nach einer kleinen Weile sind die meisten dann aufgetaut. Wir haben erfahren, dass es in Nyköping eine Art Internat fürs Kanufahren gibt, wo einige Kinder vor und nach dem Unterricht hingehen, um zu trainieren. Für viele ist das sehr zeitaufwendig und auch anstrengend. Ein Schüler meinte, dass seine Freunde nur sehr wenig Zeit für das Lernen in der Schule finden. 

Um das ganze aber dann ein bisschen aufzulockern, haben wir gefragt, was man in Nyköping alles so machen kann im Januar. Die Antworten: Nichts, Schlafen, Bowlen, Wodka trinken oder Schlittschuh laufen. Wir sind eindeutig zur falschen Zeit hier, aber wir schieben die Schuld auf Corona. 

Wir haben sehr Vielen unseren Blog und Instagram-Channel weiterempfohlen und die Follower wachsen stetig. 

In der zweiten Unterrichtsstunde hatten wir wieder eine Englisch-Klasse. Auch hier merkten wir, dass die Schüler ein bisschen schüchtern sind. Leider war die Aufmerksamkeit nicht ganz so groß und um ehrlich zu sein: Wir haben jetzt ein wenig mehr Respekt vor dem Beruf des Lehrers. Herr Naacke muss seinen Job wirklich lieben. Die Schüler in Schweden und die Schüler in Deutschland unterscheiden sich in diesem Punkt so gut wie gar nicht.

Dann hieß es erstmal Pause und Mittagessen. Was gab es? Etwas typisch Italienisches: Nudeln mit Bolognesesoße. Beim Essen mit Herrn Pettersson wurden die unterschiedlichsten Themen ausgetauscht, z.B., wie schwedische Namen zustande kommen. Und wir haben eine neue Vokabel gelernt: Smaklig måltid bedeutet Mahlzeit.

Gegen 1 Uhr haben wir die schwedischen Austauschschüler kennengelernt, die im März nach Deutschland kommen wollen. Als Gastgeschenk haben wir typische deutsche Süßigkeiten mitgebracht, die sehr gut ankamen. Zum Beispiel Nimm 2, Russisch Brot, Kalter Hund und Haribo. Dann haben wir uns darüber ausgetauscht, was wir aus Deutschland in den zwei Wochen machen möchten und was die Schweden bei uns vorhaben. Im Endeffekt kochen wir am Freitag ein typisch schwedisches Gericht und die Schweden ein typisch deutsches. 


Was haben die Schweden eigentlich in Deutschland vor? Eine Gruppe will wissen, wie wir jüngeren Leute über Gender Equalitiy denken, bzw. wie das Thema allgemein in Deutschland angenommen wird. Eine andere Gruppe kümmert sich um die Probleme mit Corona und den neuen Lernmethoden in der Pandemie. Eine weitere Gruppe hat Fragen zum Thema Essstörung. Dazu wollten sie mit verschiedensten Leuten aus diesem Themenbereich reden. Die vierte und letzte Gruppe will wissen, ob es noch Unterschiede zwischen Ost und Westdeutschland gibt und wenn ja, welche.

Übrigens haben wir jetzt eine Snapchat Gruppe mit den Schülern UND Lehrern. Snapchat ist in Schweden als Kommunikationsform verbreiteter als WhatsApp. Das kennt man zwar, aber runtergeladen haben es nicht viele.

Das echte Highlight des Tages war allerdings der Ausflug in einem kleinen Dorf namens Ripsa mitsamt Besichtigung der alten Kirche genannt Kyrka Ripsa. Das war soooooooo schön. Wir waren leider erst gehen Nachmittag da, aber dafür konnten wir später den Sternenhimmel bewundern! Die Sterne scheinen hier gefühlt 10x größer. 




Zuerst haben wir einen kleinen Spaziergang durch das Dörfchen gemacht. Und wisst ihr, was wir gesehen haben? Wilde Rehe. Die streunern einfach so durchs Dorf und schlecken nachts die Autos ab, weil das Streusalz daran wichtige Nährstoffe enthält.





Danach ging es in eine kleine alte Kirche, die um rund 1200 erbaut wurde. Unter der Kirche sind sowohl Pirat als auch Piratin vergraben. Anschließend gab es ein schönes Abendessen bei gemütlichem Kerzenschein. Wie wir es aus der eigenen Heimat von Ikea her kennen, gab es Hot Dog mit Gurken-Relish und zum Nachtisch Peppar Kakor (Pfefferkuchen). Das werden so schöne Erinnerungen!

 

Zieht euch die Bilder rein!

 

So, so viel wie wir heute erlebt haben, können wir euch gar nicht erzählen. Schaut euch gern Insta und die ganzen Bilder an und genießt mit uns.

 

Bis morgen! 

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